Anusara Yoga mit Lalla und Vilas

: Seidentuch – Schulterblätter wie Flügel – Sonnenhände – Yogafüsse und ein geschenktes Vinyasa! Ein Beitrag von Senta Graf

Am Pfingst-Wochenend-Workshop «YOGA und BEZIEHUNG» im Studio von Eliane Grunder in Worb (CH) erlebte ich mein erstes «Anusara Yoga» mit Lalla und Vilas: eine inspirierende Erfahrung!

Am ersten Tag war sich wundern am zweiten bewundern angesagt. Mit schönen Bildern und präzisen Worten wurden wir durch anspruchsvolle, kraftvolle Yogasequenzen geführt. Zu Beginn tönte das von Lalla angeleitet etwa so:

«Wenn du die Hände vor dein Herz ins Anjali Mudra nimmst, mach das so als würdest du das zum erste mal tun. Staune über die Berührung».

Oder:

«Stell dir vor, ein feines und kostbares Seidentuch zwischen deinen Handflächen zu spüren».

Diese Ansage kommt nicht aus einer esoterischen Laune heraus, sondern repräsentiert das Anusara-Yoga, wie es die beiden mit viel Herz und Wissen vermitteln: ein liebevoller Umgang mit sich selbst in allen Lebenslagen, auch ausserhalb der Matte. Im Workshop beispielsweise bezogen auf den Handstand mit Assists. Wie Lalla das vormachte! Mit welcher Leichtigkeit sie in den Handstand ging, die Energiebahnen ausgerichtet – alles fliessend. Die Bewunderung war ihr sicher. Ihre exakte Anweisung liessen das Müssen und die Angst, dass die Arme nicht halten würden zum Fenster raus fliegen. Praktisch die ganze Klasse schaffte es mit kraftvollem Ausatmen hoch. Whow! Unsere Hände stützten uns, strahlten im Verlauf des Workshops wie Sonnenhände, wurden kräftig und voller Energie. Mehrmals wunderte ich mich, was mein Körper zu Stande brachte.

Auch im tiefen Vorbeugen geschah bei einigen ein Wunder. Die Anweisung lautete:

«Bitte alles einfach geschehen lassen, ohne Zielvorstellung, wie weit sich dein Körper vorbeugen soll. Beuge dicht nicht vor sondern verbeuge dich vor dem was geschieht, verbeuge dich in Demut. Denn Yoga ist Beziehung – wenn die Vorderseite was tut, reagiert die Rückseite. Lass geschehen und tue nichts. Lass das Herz sinken und atme dich rein».

Natürlich erhielten wir vorher anatomisch exakte Erläuterungen zum Bau der Wirbelsäule. Um danach, mit dem Wissen, was genau passiert, besser geschehen lassen zu können. Für Vilas und Lalla ist zentral, dass neues Wissen über Physiologie und Anatomie, sowie energetische und körperliche Aspekte, immer wieder neu ins Yoga einbezogen werden. Sich beim Yoga nicht verletzen und doch komplexe Asanas üben ist ihr Anliegen.

Die Krähe und die Taube habe ich beispielsweise seit mehreren Jahren aus meiner Praxis gestrichen.Und siehe da, mit «Schulterblättern wie Flügel» und ganz präziser Ansage wie und wo die Energie hin fliessen soll, wie und wo die Hände, die Yogafüsse stehen sollen, landeten Krähe und Taube, getragen von der Gruppendynamik, wieder mal auch auf meiner Matte.

 

Zum Schluss das geschenkte Vinyasa

Das Geschenk kam nach gefühlten 30 Vinyasas. Wir standen im Hund und bereit für das nächste Vinyasa. Vilas aber sagte:

«Stellt euch jetzt vor, zuerst ins Brett, dann zum Boden zu fliessen, dann Kobra und wieder Hund. Alles nur vorstellen – nicht tun! Das geschenkte Vinyasa! Lasst das Vinyasa durchschimmern durch den Seidenvorhang!»

Der Name Vilas heisst: «der, der gerne spielt». Genau so hab ich ihn auch wahrgenommen. Spielerisch gelingt es ihm, komplexe Yogaphilosophie, beispielsweise von Immanenz und Transzendenz, sogar in „virtuellen“ Vinyasas erlebbar zu machen.

Danke Lalla, danke Vilas für die wertvolle Zeit mit euch in Worb.

Ich freue mich, dass ihr am «Yoga Schweiz Kongress» am 12./13. März 2016 wieder in Bern lacht, spielt und euer lebendiges Yoga-Wissen spannend und mit viel Leidenschaft in drei Workshops unterrichten werdet.
Anmerkung: Liebe Senta, wir sind voller Freude und Dankbarkeit wie schön Du Deine Erlebnisse in unserem Workshop beschrieben hast. Wir freuen uns so sehr, Dich beim Yoga Schweiz Kongress wieder in unsere und Vinyasas Arme zu schließen!

Mehr Infos zum Kongress im März 2016 (bald) unter http://www.yoga.ch

 

 

Danke an Hans für die tollen Bilder!

Impression zur Anusara Yoga Immersion 1a – Im Puls des universellen Atems

Immer wieder werden wir gefragt, was ist eigentlich eine „Immersion„? Dieser Begriff stammt aus den Anfangszeiten des Anusara-Yoga, einer sehr intensiven Zeit, an der Lalla und ich wenige Jahre nach der Gründung des Anusara Yoga direkt an der Quelle teilhaben durften. Übertragen ins deutsche heißt Immersion so etwas wie „Vertiefung“.
Und da kommen wir dem eigentlichen Yogaweg schon näher: Eingebettet in eine wunderbare, freiheitsfördernde Philosophie ist die Anusara-Yoga-Immersion zuerst einmal ein Weg hin zum eigenen, persönlichen Yoga. Wir lieben es, die Immersion als eine tiefe Verbindung nicht nur zur eigenen Yogapraxis auf der Matte, sondern dem philosophischen Kontext folgend, auch hin zum bewussten Leben im Alltag zu verstehen. Gerade das ist die Schönheit dieser Philosophie: Yoga ist Alltag.
Deshalb ist dieser persönliche Vertiefungsprozess erst einmal ein Weg zu uns selbst. Unabhängig davon, ob der Teilnehmer an diesem einzigartigen Workshop später einmal den Weg des Yoga Unterrichtens gehen möchte, werden hier die notwendigen Verbindungen zum Herzen, zum grundlegenden yogischen Wissen und den daraus resultierenden Handlungen geknüpft. Unser Yoga lehrt uns, dass dieser persönliche Prozess die notwendigen Voraussetzungen für den möglichen späteren Weg des Unterrichtens ist.
 
Philipp teilt mit uns als Teilnehmer der Berliner Immersion 2015 seine Erfahrungen in sehr persönlichen Statements dieses besonderen Wachstumsprozesses. Wir freuen uns darüber sehr, denn so können all die, die mit dem Gedanken einer Teilnahme spielen, einen Eindruck erhalten, was dieser 100 stündige Workshop, der in 5 Einheiten unterrichtet wird, vermittelt.
 
 

Impression zur Immersion 1a – Im Puls des universellen Atems

Ein Beitrag von Philipp Eyer

Seit mehr als 15 Jahren führe ich eine Art “On and Off-Beziehung“ mit „dem“ Yoga, mal intensive Übungsphasen, dann wieder weniger Kontakt, von einem Stil zum anderen – und so weiter. So ist der Wunsch stetig gewachsen sich – nicht unbedingt für einen Stil zu entscheiden – doch aber zu vertiefen. Seit längerem suchte ich nach einer mir passenden Möglichkeit. Doch war es schwierig in dem unübersichtlichen Dschungel an Angeboten eine Entscheidung zu treffen, bis ich eine Stunde von Lalla und Vilas besuchte.

Ich war sehr angetan von der Art und Weise wie Lalla und Vilas Yoga unterrichten. Die präzisen Ansagen, mit denen man in die Asana geführt wird, die weiche und klare Atmosphäre während der Stunde, der Fokus auf die innere Ausrichtung, auf die Atmung in die Rückseite und der klare Blick auf den Energiefluss im Körper der Schüler/innen… Alles Dinge, die mir in vielen anderen Yoga-Stunden in der Vergangenheit gefehlt haben. So war für mich die Entscheidung klar: Immersion – ich möchte mich einlassen.

 „wir atmen und wir werden geatmet“

Dieser Satz hat mich stark berührt an diesem ersten Wochenende der Immersion, wo wir neben der Sonnengruß-Praxis viel über die Philosophie des Yoga – die Tradition des tantrischen Kashmiri Shivaismus – erfahren durften. Die Ansicht als Individuum Teil eines grösseren Ganzen zu sein, daran erinnert zu werden, dass sich alles verändert und wir an nichts festhalten können, jedoch erkennen können, dass wir nicht alles alleine machen, sondern eben: „wir atmen und wir werden geatmet“ – war für mich eine stärkende und befreiende Erkenntnis.
So bekam Yoga eine ganz neue Bedeutung für mich:

Yoga als ein Weg, ein Prozess, eine Technik mit dem Ziel inneres Vertrauen zu stärken und angstfreier zu werden – in anderen Worten Freiheit – „Kavalya“ – zu erlangen.

Yoga ist mehr als körperliche Praxis, sondern Meditation mit dem Ziel sich mit der universellen Energie zu verbinden und loszulassen – geschehen zu lassen. Nicht-Tun im Tun. Und Anusara setzt für mich genau da an – wo viele andere Stile aufhören. Und ich glaube genau darum übe ich Yoga. Dies wurde mir während der Immersion klar:

ich praktiziere um mich besser kennenzulernen, um, „im Fluss zu sein“, „mich mit dem Herzen zu verbinden“ oder „im Puls mit dem universellen Atem zu sein“.

Das erste Wochenende hat mir zudem gezeigt, welch unglaubliches Potential, welch ungeahnte Möglichkeiten in uns stecken. Yoga kann uns helfen diese Möglichkeiten zu erkennen und weiter zu entwickeln. In Vilas Worten ist Yoga eine „Praxis der Aufrichtung“. „Innerlich aufrichtig und äußerlich aufgerichtet “ durch das Leben zu fließen. Dies macht das Konzept der 3 A’s klarer – für mich eine geniale vereinfachte Form um Yoga in Worten zu beschreiben: Die 3A’s sind für mich eine Anleitung / Inspiration mit dem Ziel die innere Einstellung im Herzen (Attitude) mit der Ausrichtung im Geist (Alignement) durch den Körper in der Asana (Action) kreativ auszudrücken.

Zudem habe ich gelernt was es dazu braucht: ein offenes Herz. Denn mit einem weichen Herzen (Bhakti) können wir Wissen (Jnana) empfangen, um dann in Schwingung (Kriya) zu gelangen. Ich freue mich auf die kommenden Tage mit Lalla und Vilas, auf die gemeinsame Praxis, den gemeinsamen Prozess und das Wissen was wir in Dankbarkeit empfangen dürfen.

 

Philipp Eyer2Über den Autor:                                                      

A​ufgewachsen in Mitten der höchsten Berge Europas habe ich das F​erne und Fremde gesucht und Ethnologie studiert. Während des Studiums bin ich dann erstmals mit meiner Kamera nach Indien gereist, wo ich Yoga entdeckte. Die Liebe zum Yoga und Indien ist geblieben, auch heute reise ich regelmässig hin um zu praktizieren und ​zu ​arbeiten. Seit ein paar Jahren bin ich selbstständiger Kameramann und Filmemacher und habe eine kleine Firma COUPDOEIL – was so viel heisst wie ‚Augenblick’ – mit Sitz in Bern/Berlin gegründet. Seither bin ich auf der Suche nach spannenden Geschichten und Augenblicken, die ich versuche mit einer Kamera einzufangen oder zu kreieren…

Die parApara Yogaakademie: Eine tiefe Verbindung moderner Erkenntnisse mit Jahrhunderte alter Tradition

Die parApara Yogaakademie bietet eine Ausbildung an, die den wichtigsten Erkenntnissen aus der Sportmedizin und Energiearbeit der letzten Jahrzehnte voll Rechnung trägt und Menschen da abholt, wo sie gerade sind. Wissend um die oft stundenlange sitzende Tätigkeit und Arbeit am Computer, wissend um die zunehmende Stressbelastung ist die parApara Ausbildung ein Weg, der neuzeitlich und modern ist, dennoch der Jahrhunderte alten Tradition vollständig gerecht wird, und auf ihr aufbaut.

 

Die Methode

Die Akademie vermittelt eine auf dem Anusara Yoga aufbauende Yogamethode, die ganzheitliche Gesundheit und strahlende Schönheit fördert und mit einer positiven Einstellung jeden Schüler an seinem persönlichen Ort des Daseins abholt.

Wir vermitteln Yoga als eine Lebensform indem wir jedem Schüler zeigen, wie er seine Gesundheit und sein persönliches Glück selbst mitgestalten kann, indem er sich mit den einzigartigen Ausrichtungsprinzipien auseinandersetzt und so selbst die Entscheidungen für sein generelles Wohlbefinden trifft.

In der parApara Yogaakademie lernen die Schüler die unterliegenden Methoden, um sich auf- und auszurichten. Sie lernen, mit sich selbst liebevoll und geduldig umzugehen, und dies in jeder Lebenslage, sei es im Alltag, im Beruf, im Sport oder auf der Yogamatte. In jeder Haltung, sei es sitzend, stehend oder gehend, wirken sich die vermittelten Prinzipien so aus, dass sie als Unterstützung, nicht nur physisch sondern auch psychisch wahrgenommen werden.

Die universellen Ausrichtungsprinzipien, mit denen wir arbeiten, öffnen eine Grundform und ein Grundverständnis für die individuell richtige Haltung, basierend auf starken Energielinien, die den Körper von den Fußballen des großen Zehs (richtiger Stand) über das Kreuzbein bis zur Krone des Kopfes und bis in die Fingerspitzen dynamisch und kraftvoll bestimmen. Durch die Ausrichtung der Kurven der Wirbelsäule erfährt der Körper eine dynamische „Aufrichtung“. Die damit verbundene Arbeit an den myofascialen Energielinien geben dem Körper dann eine Festigkeit und Stabilität, die sich wie eine zweite feste Haut anfühlt.

Darüber hinaus werden die Studenten mittels Erkenntnisarbeit und Gewahrwerden an die Feinausrichtung mit dem inneren Körper herangeführt, was jedem Praktizierenden aufzeigt, dass nicht nur die Ausrichtung des äußeren Körpers verantwortlich ist für unsere Gesundheit und unser Glück.

 

Die Vorteile

Mit dieser dynamischen Symmetrie und dem Zusammenspiel des inneren mit dem äußeren Körper können Studierende jeden Alters eine gesunde, energetische Körperspannung aufbauen und damit ein „INNEN-AUSSEN GLEICHGEWICHT“ herstellen, die Gleichmut und weniger Stressempfinden garantiert.

Diese neu geschaffene Balance vermittelt eine innere wie äußere Leichtigkeit und bietet eine sichere Praxis, die mit wenig Kraft viel Energie gibt.

Dieses System verbessert unser Verhalten, gibt uns ein gewichtiges Werkzeug für die therapeutische Grundausrichtung unseres Beckens und des unteren Rückens, vermindert den Verschleiß von Gelenken und Knochen, aktiviert das Hormonsystem und stärkt so generell das Immunsystem. Durch eine positive Selbstwahrnehmung ergibt sich eine neue Ausgeglichenheit. Gelassenheit und größere Konzentrationsfähigkeit stellen sich ein.

Die Ausbildung befähigt jeden Teilnehmer mit jedem körperlichen und geistigen Level von Schülern umzugehen. Die vier Hauptzonen, die sowohl körperlich als auch emotional geöffnet und ausgerichtet werden, sind das Becken mit den dazugehörenden Zonen, Beckenboden und Bauch, als auch der Schultergürtel mit dem Herzen und dem Nacken.

 

Die Herausforderung

Die Arbeit an diesen Zonen und den myofascialen Verbindungen stellt anfangs sicherlich etwas Neues dar. Grundsätzlich ist jeder Student in der Lage, diesen Weg zu gehen. Es mag für einige Studenten eine Herausforderung sein, eine neue, manchmal von den existierenden Yoga-Schulen abweichende, Ausrichtung zu erfahren. Dennoch lohnt sich diese Herangehensweise, entspricht sie doch unserer Zeit und schafft eine lebensverändernde Grundlage.

 

Eine Übersicht der Yogalehrer Basisausbildung findest Du im neuen parApara Yogalehrer Ausbildungs-Fahrplan

 

 

Rückblick auf Anusara Yoga intensiv

Wie war die erste Erfahrung mit Anusara Yoga für Silke von Unit Yoga? Energie hat sie einige gewonnen – und sie hält noch Tage nach dem Workshop an. Hier ihr Nachbericht:

Tag 1 nach dem dreitägigen Anusara-Ausrichtungsworkshop mit Vilas Turske im UNIT Yoga.

Um 5.20 Uhr bin ich nach tiefem Schlaf hellwach. Yoga, Meditation, Dusche, Frühstück – und ab geht’s ins Büro.

Dort sitze ich den ganzen Tag, fühle mich voller Energie und spüre einen unbändigen Bewegungs- und Schaffensdrang in mir. Zufall? Oder die Nachwirkungen des Anusara-Wochenendes?

Rational lassen sich die Wirkungen der Anusara Yogapraxis nicht greifen. Aber ich fühle sie und genieße diesen Energiefluss in mir. Ich nutze ihn, um die drei Tage in einer wunderbaren kleinen Gruppe Revue passieren zu lassen.

Meine Fragen und der Versuch, Antworten zu finden

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Impressionen 2b – Purnatva

Ein Beitrag über die fünf Ausrichtungsprinzipien. Von Philipp Eyer

 

„In der Atempause liegt die Mitte, in der Mitte ist Stille, Stille ist Leere und in der Meditation erfahren wir Shunya – die Leere, die vollkommene Fülle zugleich ist, ein Zustand in dem sich die Individualität auflöst und sich die höchste Vollkommenheit – Purnatva – manifestiert“

Neben Purnatva, der Geschichte der Entstehung des Yoga, Einführung in die Samkhya- und Advaita-Vedanta Philosophie und die Bedeutung der Bhagavad Gita, stand in dieser Immersion die Anatomie des subtilen Körpers des Yogasystems im Vordergrund – sprich die fünf Koshas, sowie das pranische System und die Nadis.

Die 5 Koshas reflektieren die verschiedenen Ebenen unseres menschlichen Daseins, vom festen, äusseren Körper (Anamaya Kosha) immer subtiler in den inneren Körper, der aus vier Schichten besteht. Die fünf Koshas sind nicht von einander getrennte Schichten, sondern durchdringen sich gegenseitig und wirken aufeinander. In der Yoga-Praxis werden alle diese fünf Schichten berührt. Yoga wirkt nicht nur auf den äusseren Körper, sondern eben auch auf die weitaus komplexeren, inneren Körperschichten.

«Die Mitte finden – balanced action»

Ziel des Yoga, wie es Lalla und Vilas unterichten, ist der freie Energiefluss im inneren sowie im äußeren Körper. Yoga ist der Weg zur Mitte, zur Balance zwischen innerem und äußerem Körper, der Weg vom Groben zum Feinen – immer tiefer in den Anandamaya Kosha – den Raum (Akasha) der Glückseligkeit – wo wir in der Stille, die Fülle (Purnatva) erfahren und von da in die Welt ausstrahlen können. Sobald der äußere und innere Körper ausgerichtet sind fliesst die Energie.

Die Art und Weise wie Lalla und Vilas mit ihren Ansagen Yoga unterrichten, aktivieren sie auch den inneren Körper und nicht nur den äußeren. Ansagen wie „Weite im Rücken“, „das Herz nach oben öffnen“ oder indem sie uns in die „Verbeugung“ führen anstatt in die Vorbeuge, wird der innere Körper angesprochen und die Praxis wird innerlich weicher.

Nicht nur ihre präzisen Ansagen, welche auf den Energiefluss im äußeren und inneren Körper ausgerichtet sind, zeichnen das Yoga von Lalla und Vilas aus, sondern auch ihre Fähigkeit die Bewegungsmuster der SchülerInnen zu analysieren.

Sie können den Energiefluss jedes einzelnen lesen und somit auf jeden individuell eingehen und ihn dementsprechend auf seinem Weg – in seiner Praxis – unterstützen. Dadurch wird jeder Schüler in seiner Einzigartigkeit wahrgenommen. Während der Immersion wird viel Raum für die Reflexion über die persönliche Entwicklung geschaffen. Deshalb ist die Immersion mit Lalla und Vilas für mich nicht nur für die Entwicklung auf der Matte sehr hilfreich, sondern auch ein Geschenk für den Alltag neben der Matte. Wie Vilas immer wieder betont, ist die Praxis auf der Matte ein Übungsort für die Praxis im Alltag.

Eine weitere Besonderheit für das Yoga von Lalla und Vilas ist für mich, dass sie davon ausgehen, dass es keine perfekte (End-)Stellung im Yoga gibt, die für alle Körper 100% identisch sein muss.

Jeder Mensch ist durch seine körperliche und geistige Konstitution so unterschiedlich, dass es nicht eine perfekte Stellung geben kann, sondern Stellungen in denen die Energie frei fließen kann (mit Hilfe der fünf Ausrichtungsprinzipien).

Dies hat mir u.a. sehr geholfen, zu erkennen, dass mein angewohnter „Perfektionismus“ – alles perfekt machen zu wollen – auch auf der Matte sehr aktiv ist. Dies führt dazu, dass ich zu viel will, die Stellung zu perfekt machen will und dadurch zu viel Druck aufbaue. So versuche ich jetzt bewusster den Druck in der Asana-Praxis rauszunehmen. Die Balance zwischen Stabilität und Freiheit, zwischen Anstrengung und Geschehen lassen, sprich « die Mitte zu finden ».

Wie Lalla und Vilas selber von sich sagen, sind sie „vereint in Gegensätzen“. Will heißen, dass auch sie manchmal unterschiedliche Ansätze haben. Wie beipielsweise bei der Drehstellung Ardha Matsyendrasana. Während für Vilas die Drehung in der Atempause viel natürlicher ist, dreht Lalla während des Ausatmens. Und beides ist gut, solange die Energie fließt.
Das widerspiegelt eben gerade ihre Philosophie, dass jeder Körper anders ist, aufgrund seiner Vergangenheit oder aufgrund des aktuellen Zustands. Und dass es eben nicht eine einzig richtige Stellung gibt. Jeder kann und soll selber für sich herausfinden, was sich für ihn besser anfühlt. Ob er beim Ausatmen oder in der Atemstille drehen will. Und das ist wunderbar, durch die Selbsterfahrung seine eigene Praxis zu entdecken. Und das ist ja auch das Ziel der Immersion, seine eigene Praxis zu finden.

Retreat-Tipp: Mit Bert Brecht in die Sommerfrische

Ein Artikel von Rebecca Randak auf ihrem Blog Fuckluckygohappy.de


Mitten im satten Hochsommer nehmen dich Lalla & Vilas mit auf eine yogische Reise in die ehemalige Heimat Bert Brechts. Ein sehr besonderes Retreat in der Stille der Natur, das du dir nicht entgehen lassen solltest (+ EXKLUSIVEN SPECIAL PREIS)

Seit die Einladung zu Lalla und Vilas diesjährigem Sommer-Retreat bei uns ins Haus flatterte, habe ich ein neues Lieblingswort.

SOMMERFRISCHE.

Beinhaltet dieses Wort nicht alles, was wir Lärm- und Smog-geplagten Großstädter uns wünschen, sobald das Thermometer über 25 Grad klettert?

Alleine durch seinen Klang entstehen bei mir im Kopf Bilder von satten, grünen Wiesen, einer lauen Brise, die sanft durch die weißen Laken an der Wäscheleine weht und gut gekleideten Großstädtern, die selbst gemachte Limonade aus großen Krügen trinken, ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.

Leider ist das Wort etwas aus der Mode geraten, die Sache selbst jedoch zum Glück nicht. Denn „Sommerfrische“ definierten die Gebrüder Grimm laut Wikipedia als:

ERHOLUNGSAUFENTHALT DER STÄDTER AUF DEM LANDE ZUR SOMMERZEIT

Genau genommen ist es genau das, was Franziska und ich zur Zeit am Liebsten machen. Raus aufs Land fahren, die nackten Füße im Gras vergraben und ohne Plan das Wochenende mit Vogelgezwitscher und viel Ruhe verchillen.

Wenn du jetzt dachtest: „Ich will auch in die Sommerfrische“, dann haben wir DEN Tipp für dich.

Lalla und Vilas, zwei der erfahrensten Yogalehrer Deutschlands, nehmen dich im Hochsommer mit auf ein ganz besonderes Yogaretreat.

 

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Wege in die Stille: Kloster-Retreat auf Mallorca

Wer noch vor dem dunklen Winter die Sonne und tiefe Stille eines Retreats ersehnt, der fühlt sich im Kloster Cura auf Mallorca wie Zuhause.
Die besondere Atmosphäre dieses Klosters, die Schön­heit der weiten Natur, die unglaublichen Rundblicke und die Freundlichkeit der Menschen bestimmen den Aufenthalt an diesem magischen Ort. Verbunden mit unseren Yogaeinheiten werden die Tage im Kloster Cura zu einem wahren Retreat für Körper, Geist und Seele!

Vier Tage Rückzug an einem magischen Ort, inmitten herzlicher, geborgener Atmosphäre. Eine „Auszeit“ von der Hektik des Alltags, weit weg von der täglichen Routine. Weg von den mentalen Mustern (vrittis), mit denen wir uns bewußt oder unbewußt identifizieren. Tiefe Verbindung zur Stille, unserer wahren Natur. Sich selbst spüren, sich auf den Ursprung beziehen und wieder zur eigenen Kraft kommen. Die Kraftquelle „Ruhe“ entdecken und lernen, wie sich das Erfahrene in den Alltag integrieren lässt. Vom Aufstehen bis zum Schlafen gehen: Alles mit Ruhe, bewusst angehen. Keine Hetze oder Eile. Selbstverwirklichung. Aus der Yogaklasse wird hier eine tiefe Praxis, die uns mit unserem Körper verbindet, reinhorchen lässt und uns an noch nie erlebte Orte der freiheitsfördernden Erfahrung voller Energie führt.

 

„… wenn der See des Geistes still geworden ist, dann können wir auf seinen Grund blicken.“ (Ralph Skuban)

 

Das Kloster ist ein Bauwerk wie aus dem Bilderbuch: Das eindrucksvolle Franziskanerkloster „Kloster Nostra Senyora de Cura“ befindet sich auf dem Tafelberg Puig de Randa in der Inselmitte Mallorcas. Mit seinen 543 Metern nimmt der aus dem Tiefland ragende Berg eine zentrale Stellung ein. Jeden, der den Aufstieg geschafft hat, belohnt er mit einer grandiosen Aussicht über die halbe Insel, Richtung Nordosten bis zum Tramuntana-Gebirge und in südlicher Richtung bis zur Mallorca vorgelagerten Insel Cabrera. Auf dem Puig de Randa befinden sich drei Klöster. Die Bergstraße, die auf den „Dreiklosterberg“ führt, passiert zunächst eine verlassene Einsiedelei aus dem 15. Jahrhundert, die in den Felsen gebaut war. Circa einen Kilometer weiter oben liegt das noch heute von Mönchen bewohnte Kloster Sant Honorat.

Und ganz oben auf dem Gipfel liegt dann unser Kloster Nostra Senyora de Cura von dessen Terrasse aus man einen spektakulären Ausblick über die gesamte Ebene hat.
Wanderungen auf dem Puig de Randa sind einzigartig und erschließen nicht nur ständig neue Aussichten, sondern führen auch zu Orten, an denen man verweilen und meditieren möchte.

Das Kloster-Retreat auf Mallorca ist ein tiefgreifendes Erlebnis. Es lädt Dich ein, nach dem Trubel des Sommers zur Ruhe zu kommen und Dich für den bevorstehenden Herbst und Winter zu stärken.

Yoga auf Kloster Cura: 30.09.-04.10.2015

 

Mehr Infos zum Programm, Reisedaten und Kosten findest Du hier

„Wir lehren ein neues, freies Atmen im Yoga“

Wer an Yoga denkt, denkt auch an Atemübungen. Für viele Yoga-Praktizierende verbindet sich der Begriff Pranayama mit Übungen, die den Atem kontrollieren. Vilas hält nichts von Regeln und Vorgaben beim Atmen. Er entwickelte ein neues, freies Pranayama, welches die Vorgehensweise unterstützt, erst einmal den eigenen Atemrhythmus zu entdecken und zu erforschen, bevor der Atem manipuliert wird. Dies führt zu einer tiefen Verbindung mit dem inneren Körper, die dann auch starke Auswirkungen auf die Asana–Praxis hat. Jetzt hat Vilas das Wissen über die ersten Schritte eines bewussten Weges zum tieferen Atem in einer DVD festgehalten. Die DVD „Pranayama 1“ ist auf Amazon erhältlich.

Das andere Pranayama
Mit dieser DVD, in der die Grundlagen einer friedlichen und sanften Atempraxis gelegt werden, werden die bisherigen Pranayama-Erfahrungen verändert und neu definiert:

„Pranayama sehen wir als das Praktizieren eines freien, individuellen Atmens und das Erkennen der damit verbundenen Energieströme. In unserer Lehre wird das Atmen im Yoga nicht mit Regeln und Vorgaben vermittelt, sondern ist vielmehr die Einladung die mit der Atmung verbundenen Energieströmen zu erkennen und sich mit ihnen zu verbinden.“

Das andere Pranayama lässt den Praktizierenden aufmerksamer, ruhiger und gelassener werden. Denn: So wie wir in unserem täglichen Leben Probleme in uns regelrecht „festhalten“, so halten wir bei Angst, Sorge und Trauer oft den „Atem“ an. Das freie, individuelle Atmen mit Vilas lädt den Praktizierenden ein, über eine freie Atmung Anspannung und Stress abzubauen und alten Ballast loszulassen.

Von der Atmung in die Heilung
Die Verbindung zum richtigen Atmen ist die Basis jeder Yoga-Praxis. Deshalb lehrt Vilas zusammen mit Lalla in verschiedenen Workshops, als auch in den Pranayama-Modulen der +300h Yogalehrer Vertiefungsausbildung, neuartige Ansätze zur persönlichen Atempraxis. Hier und in der DVD erhält der Praktizierende die Grundlagen und Techniken einer tiefen, gesunden (ja sogar heilenden) Atmung und den damit verbundenen Energieflüssen.

 

 

 

Mein erstes Anusara Yoga Wochenende

Am letzten Wochenende fand der Anusara Ausrichtungsworkshop für Yogalehrer aller Stile in Wiesbaden statt. Eine ganz besondere Veranstaltung, findet Stefanie in ihrem Nachbericht auf ihrem Yoga-Blog. Sie schreibt: „Mit einer tollen Gruppe aus Yogalehrern verschiedener Yogarichtungen und den Bloggerinnen Silke und Bettina war dieses Wochenende ein wunderbares Ergebnis: „Mich hat diese Anusara Yoga Weiterbildung für Yogalehrer aller Stile sehr viel weitergebracht“.

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Wir danken Elke für die wunderbaren Retreat-Fotos

Yoga-Retreat: Und hinter tausend Schleiern eine Welt

 

Yoga bei Bert Brecht zu Hause – ein Tag Yoga-Retreat mit Lalla und Vilas

 

Morgens, Viertel vor 7, die Luft ist klar, keine Wolke, nur weites, frisches Blau. Die Gräser rascheln im Wind. Sommerfrische. Ich stehe mit meinem wärmenden Kaffee in den Händen auf einem Steg, schaue über das glatte, ruhige Wasser und atme ein.

„Glotz nicht so romantisch!“ hätte Brecht jetzt von hinten aus seinem Arbeitszimmer gerufen. Gemein, denke ich mir, nehme einen großen Schluck vom Kaffee und gehe zurück ins Haus, die Treppen hoch zum kleinen Meditationsraum links neben dem üppig blühenden Garten.

Ein Tag wie Perlen auf einem Faden

Hier beginnt der Tag in Buckow beim Sommer-Retreat von Lalla und Vilas. Ein Tag voller Momente wie Perlen auf einem Faden: Inspirationen, Bewegung, Ruhe, Klarheit, Erkenntnisse und natürlich Sonnenbaden, Schwimmen und gutes Essen. Nichts von all dem kommt zu kurz. Aber ein Yogi weiß, die Perlen sind nicht einfach da, man muss sie mühsam auffädeln. Auch auf einem Retreat. Und dann ist da noch der Faden. Der rote Faden, der immer wiederkehrt und das ganze Retreat begleiten soll: sich in der Welt spiegeln.

Während der ersten Yogastunde spiegelt mein Geisteszustand unfreiwillig das Thema des Tages: Verschleierung. Weder kann ich schnell genug rechts und links auseinanderhalten, noch die Seiten schnell genug wechseln. Ich ärgere mich, dass ich mit den Gedanken schon beim Baden bin, statt beim Schwitzen auf der Matte. Ich wackle, wanke, wäre gern schon beim Shavasana. Wo sind die schönen, glänzenden Perlen? Heute sind sie so eckig. Yoga soll doch das innere Selbst zum Strahlen bringen. Und glückliche Zufriedenheit, Aufgehen im Jetzt. All die schönen Bilder von Frauen in Weiß, perfekter Lotossitz, Daumen und Zeigefinger zusammen, Chin-Mudra. Alles Shanti.

Jetzt aber fliegt vor meinem inneren, dritten Auge der Geist von Brecht durchs Zimmer, lässt sich vor mir auf dem Kamin nieder, im Schneidersitz, Wirbelsäule aufrecht, ein Grinsen auf den Lippen, Hände auf den Knien, alle Finger eingeklappt zur Handinnenfläche – nur der Mittelfinger Richtung Himmel, Brecht-Mudra. Na Danke, du Plagegeist. Ich strecke ihm meine Kali-Zunge entgegen. Der Kampf kann beginnen! Shanti? Ach was, Granti!

„Wer bin ich?“

Lallas sanfte Stimme dringt durch meine innere Kampfzone, ich höre, dass unsere Yogapraxis uns in jedem Moment selbst zeigt. Manchmal sind die Spiegel verschmiert, man sieht nicht so klar oder das Bild, das man sieht, entspricht nicht dem, was man sehen will. Autsch, getroffen, ja, das kenne ich. Ein Selbstausdruck, der nicht so schön ist, kann enttäuschen und manchmal auch erschrecken. Jetzt geht es plötzlich an die Substanz. Da manifestiert sich in Form von Lallas Stimme die uralte, ewig aktuelle Frage „Wer bin ich?“. Und meine dunkelblaue Matte wird zu einem verzauberten Spiegel, der mir nur etwas zeigt, wenn ich wirklich hineinblicke. Also schließe ich die Augen und atme.

Ich erinnere mich an Vilas Worte vom Morgen: Jede Verschleierung, jeder unklare Zustand ist Teil eines Prozesses. Sie signalisiert Veränderung, zeigt einen Wandel an. Die Frage ist, ob ich die Veränderung wirklich will? Ich sehe nur das, was ich verlieren kann. Ein Schleier ist ja gerade deshalb so bedrohlich, weil ich nicht weiß, was sich dahinter verbirgt. Abgrund oder Übergang. Plötzlich bin ich konservativer als mein Selbstbild das normalerweise zulässt.

Warum nicht aus dem „Nein“ ein „Sein machen?
Vilas fragt, warum immer die Verschleierung negieren? Warum nicht aus dem „Nein“ ein „Sein“ machen? Das klingt so leicht. Aber man ahnt, es kommt nicht aus der Leichtigkeit.

Anhang 1Ein Glück, dass auch der Tagesablauf ein Prozess ist. Am Abend wird gegrillt, geschmaust, getrunken und gelacht. Die Weinflaschen verlieren beinahe magisch ihr Gewicht und dann bringen die Gastgeber plötzlich einen alten Pflaumenschnaps, aus der Hinterlassenschaft von Barbara Brecht. Ein Yogaabend mit Bacchus, weil Vishnu schon schläft – das hätte auch Brecht gefallen. Und dann entfaltet sich ein allzu irdisches Thema, mit dem wir alle auf Lebenszeit zu kämpfen haben, das sich niemals wegatmen lässt. Das Finanzamt. Die wunderbar tragisch-komischen Geschichten aus einer uns verschlossenen Welt, lösen, wenn sie auch noch liebevoll gesächselt werden, jede Energieblockade. Eine Stunde Lach-Yoga, unvorhergesehen – ein herrlicher Abschluss des Tages.

Als ich am nächsten Morgen wieder auf dem Steg stehe, beuge ich mich nach vorne, um ins Wasser zu schauen. Der See ist tatsächlich so klar, dass ich den Boden sehen kann. Auf der Wasseroberfläche flackert mein Gesicht hin und her und verschwimmt.

 

Sonja Witte

Wir danken Elke für die wunderbaren Retreat-Fotos!