Anusara Yoga mit Lalla und Vilas

: Seidentuch – Schulterblätter wie Flügel – Sonnenhände – Yogafüsse und ein geschenktes Vinyasa! Ein Beitrag von Senta Graf

Am Pfingst-Wochenend-Workshop «YOGA und BEZIEHUNG» im Studio von Eliane Grunder in Worb (CH) erlebte ich mein erstes «Anusara Yoga» mit Lalla und Vilas: eine inspirierende Erfahrung!

Am ersten Tag war sich wundern am zweiten bewundern angesagt. Mit schönen Bildern und präzisen Worten wurden wir durch anspruchsvolle, kraftvolle Yogasequenzen geführt. Zu Beginn tönte das von Lalla angeleitet etwa so:

«Wenn du die Hände vor dein Herz ins Anjali Mudra nimmst, mach das so als würdest du das zum erste mal tun. Staune über die Berührung».

Oder:

«Stell dir vor, ein feines und kostbares Seidentuch zwischen deinen Handflächen zu spüren».

Diese Ansage kommt nicht aus einer esoterischen Laune heraus, sondern repräsentiert das Anusara-Yoga, wie es die beiden mit viel Herz und Wissen vermitteln: ein liebevoller Umgang mit sich selbst in allen Lebenslagen, auch ausserhalb der Matte. Im Workshop beispielsweise bezogen auf den Handstand mit Assists. Wie Lalla das vormachte! Mit welcher Leichtigkeit sie in den Handstand ging, die Energiebahnen ausgerichtet – alles fliessend. Die Bewunderung war ihr sicher. Ihre exakte Anweisung liessen das Müssen und die Angst, dass die Arme nicht halten würden zum Fenster raus fliegen. Praktisch die ganze Klasse schaffte es mit kraftvollem Ausatmen hoch. Whow! Unsere Hände stützten uns, strahlten im Verlauf des Workshops wie Sonnenhände, wurden kräftig und voller Energie. Mehrmals wunderte ich mich, was mein Körper zu Stande brachte.

Auch im tiefen Vorbeugen geschah bei einigen ein Wunder. Die Anweisung lautete:

«Bitte alles einfach geschehen lassen, ohne Zielvorstellung, wie weit sich dein Körper vorbeugen soll. Beuge dicht nicht vor sondern verbeuge dich vor dem was geschieht, verbeuge dich in Demut. Denn Yoga ist Beziehung – wenn die Vorderseite was tut, reagiert die Rückseite. Lass geschehen und tue nichts. Lass das Herz sinken und atme dich rein».

Natürlich erhielten wir vorher anatomisch exakte Erläuterungen zum Bau der Wirbelsäule. Um danach, mit dem Wissen, was genau passiert, besser geschehen lassen zu können. Für Vilas und Lalla ist zentral, dass neues Wissen über Physiologie und Anatomie, sowie energetische und körperliche Aspekte, immer wieder neu ins Yoga einbezogen werden. Sich beim Yoga nicht verletzen und doch komplexe Asanas üben ist ihr Anliegen.

Die Krähe und die Taube habe ich beispielsweise seit mehreren Jahren aus meiner Praxis gestrichen.Und siehe da, mit «Schulterblättern wie Flügel» und ganz präziser Ansage wie und wo die Energie hin fliessen soll, wie und wo die Hände, die Yogafüsse stehen sollen, landeten Krähe und Taube, getragen von der Gruppendynamik, wieder mal auch auf meiner Matte.

 

Zum Schluss das geschenkte Vinyasa

Das Geschenk kam nach gefühlten 30 Vinyasas. Wir standen im Hund und bereit für das nächste Vinyasa. Vilas aber sagte:

«Stellt euch jetzt vor, zuerst ins Brett, dann zum Boden zu fliessen, dann Kobra und wieder Hund. Alles nur vorstellen – nicht tun! Das geschenkte Vinyasa! Lasst das Vinyasa durchschimmern durch den Seidenvorhang!»

Der Name Vilas heisst: «der, der gerne spielt». Genau so hab ich ihn auch wahrgenommen. Spielerisch gelingt es ihm, komplexe Yogaphilosophie, beispielsweise von Immanenz und Transzendenz, sogar in „virtuellen“ Vinyasas erlebbar zu machen.

Danke Lalla, danke Vilas für die wertvolle Zeit mit euch in Worb.

Ich freue mich, dass ihr am «Yoga Schweiz Kongress» am 12./13. März 2016 wieder in Bern lacht, spielt und euer lebendiges Yoga-Wissen spannend und mit viel Leidenschaft in drei Workshops unterrichten werdet.
Anmerkung: Liebe Senta, wir sind voller Freude und Dankbarkeit wie schön Du Deine Erlebnisse in unserem Workshop beschrieben hast. Wir freuen uns so sehr, Dich beim Yoga Schweiz Kongress wieder in unsere und Vinyasas Arme zu schließen!

Mehr Infos zum Kongress im März 2016 (bald) unter http://www.yoga.ch

 

 

Danke an Hans für die tollen Bilder!